Zoo


Wenn du dich änderst, muss ich nicht länger leiden.

Weil dein Zoo mein Gefängnis ist.

Noch bewege ich mich. Auf und ab, im Kreis, ab und auf, hin und her, auf und ab. Wenn ich mein Gehege zum zehntausendsten Mal abgeschritten habe, werde ich aufgeben, längst fühlen sich die Schritte nur noch wie nervöse Muskelzuckungen an. Die Enge macht mich verrückt. Ich weiß nicht, welche Instinkte ich noch zeigen soll, ich habe keine mehr. Gitter und Beton haben meine Muskeln geschwächt, die Inzucht im Zoo hat mich anfällig für Krankheiten gemacht, zwischen all den Stäben und Wänden verletze ich mich selbst. Statt meinen Lebensraum zu schützen, sperren sie mich ein. Wenn ich zu alt werde und Platz machen muss für neue Tierbabys, werde ich an Tierhändler verkauft oder getötet. Ausgewildert werden könnte ich sowieso nicht mehr. Ich habe nie gelernt, wie man sich in Freiheit bewegt.

Ich will, dass du dich änderst.

Weil über 85 Prozent der Tierarten in Zoo nicht zu den gefährdeten Arten gehören.

Weil mit dem Geld, das Zoos in Tiger-Zuchtprogramme stecken, die letzten freilebenden Tiger geschützt werden könnten.